4. August 2021 | Lesedauer: 4 min.

Es nervt, wenn eine Website lange zum Laden benötigt – das kann jeder Nutzer leicht nachvollziehen. Doch nicht nur der Nutzer, sondern auch Google hat wenig Geduld. Schlechter Page Speed wirkt sich also gleich doppelt negativ aus: auf das Kaufverhalten von potenziellen Kunden sowie auf das Ranking in Suchmaschinen. Für Betreiber von Websites und E-Commerce-Shops ist Page Speed also eine Kennzahl von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Was ist Page Speed?

Page Speed ist, vereinfacht gesagt, die Ladezeit einer Website, also die Zeit, die vom Aufrufen (der Anfrage) bis zum Anzeigen des Seiteninhalts vergeht. Ebenfalls sind mit Page Speed die Ladezeiten gemeint, die verstreichen, wenn sich der Nutzer weiter auf der Website bewegt oder Aktionen ausführt. Dies kann das Weiterklicken zu einer Produktseite sein, das Hinzufügen von Produkten zum Einkaufswagen oder der Prozess beim Abschließen eines Kaufs.

Die Ladezeiten bei all diesen Vorgängen fließen in verschiedene Metriken ein, die von Diensten wie Google Page Speed Insights gemessen werden. Aus diesen Metriken wird wiederum ein Speed Score errechnet, typischerweise angegeben als Zahl zwischen 0 und 100.

Wie die einzelnen Metriken gemessen werden und mit welcher Gewichtung sie in den Speed Score einfließen, ist eine Wissenschaft für sich. Wichtig zu wissen ist, dass der Page Speed sowohl auf das Nutzerverhalten als auch auf das Ranking in Suchmaschinen (wie z. B. Google) Auswirkungen hat.

Auswirkungen von Page Speed auf das Nutzerverhalten

Verständlicherweise sind Nutzer desto weniger zum Kauf bereit, je länger sie auf das Anzeigen von Inhalten warten müssen. Ein geringer Page Speed senkt also die Conversion Rate. Mit einer Conversion ist jede Aktion vonseiten des Nutzers gemeint, die als Ziel der Website definiert wurde, z. B. das Ausfüllen eines Kontaktformulars, ein Telefonanruf bei der Kundenbetreuung oder (im E-Commerce) ein Kaufabschluss. Das Verhältnis von Conversions zu Website-Besuchen wird als Conversion Rate ausgedrückt. Gelangen 100 Besucher auf Ihren Online-Shop und führen zwei davon Bestellungen aus, liegt Ihre Conversion Rate bei 2 %.

Studien zeigen, dass Sekunden oder sogar Sekundenbruchteile von Ladezeit ausreichen, um Nutzer zu frustrieren. Wer warten muss, verlässt die Website oder bricht den Bestell- oder Anfragevorgang ab – die Conversion Rate sinkt. Einige Beispiele:

  • Eine um 0,1 Sekunden langsamere Seite bedeutet einen Conversion-Verlust von 1 % (laut Amazon)
  • Steigt die Ladezeit von einer Sekunde auf drei Sekunden, erhöht sich die Absprungrate um 32 % (laut Google)
  • Jede Sekunde Ladeverzögerung führt zu 7 % weniger Conversions (laut Akamai)

Die exakten Ergebnisse solcher Studien hängen natürlich von der Branche, den untersuchten Websites, dem genauen Messverfahren etc. ab. Sicher ist jedoch, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Seitengeschwindigkeit und Conversion Rate gibt.

Auswirkungen von Page Speed auf das Ranking in Suchmaschinen

Da Suchmaschinen, allen voran Google, eine Website aus Nutzersicht zu bewerten versuchen, wirkt sich ein schlechter Page Speed (und damit ein schlechtes Nutzererlebnis) auch negativ auf das Ranking aus. Das Ranking, also die Platzierung Ihrer Website in den Google-Suchergebnissen, wird von einer ganzen Reihe von Faktoren bestimmt, von denen die Qualität Ihres Contents in aller Regel der Wichtigste ist. Allerdings spielt auch der Page Speed eine immer wichtigere Rolle, denn in den letzten Jahren haben mehrere Google Updates die Bedeutung einer schnell ladenden Website als Ranking-Faktor untermauert. Der neueste Schritt in diese Richtung sind die sogenannten Core Web Vitals. Es handelt sich dabei um ein Set aus Kennzahlen (u.a. Page Speed), welche messen, wie lange welche Teile einer Seite zum Laden benötigen – und die somit feststellen sollen, wie gut und wie schnell man als Nutzer mit der Seite interagieren kann.

Nun wird eine verhältnismäßig langsame Website nicht gleich aus den Suchergebnissen verbannt werden, wenn sie hervorragenden Content enthält. Sehr wohl aber kann man für mehrere Keywords jeweils ein paar Plätze nach unten rutschen, wenn die Website insgesamt langsam ist. Gerade im E-Commerce kann das in der Summe dramatisch sein, vor allem wenn es Kauf-relevante Keywords und/oder solche mit hohem Suchvolumen betrifft. Schließlich bedeutet für Online-Shops jede um 1 bessere oder schlechtere Platzierung meist bares Geld, wobei ein Abrutschen von Seite 1 der Suchergebnisse auf Seite 2 noch einmal höhere Auswirkungen auf den Shop-Umsatz bedeutet.

Wie können Sie die Ladezeit Ihres Shops oder Ihrer Webseite optimieren?

Liegt der Speed Score des Google Page Speed Tests im roten Bereich, besteht Handlungsbedarf. Oder – positiv formuliert – haben Sie Optimierungspotenzial. Denn jede Verbesserung der Ladezeiten wird Ihre Nutzer zufriedener stellen, Käufe (oder allgemeiner: Conversions) wahrscheinlicher machen und Sie in Suchmaschinen höher positionieren. Doch wo soll man als Seitenbetreiber oder Online-Shop Besitzer mit der technischen Optimierung anfangen? Wo liegen die Stellschrauben für besseren Page Speed? Einige Ansatzpunkte sind:

  • Antwortzeiten des Servers beschleunigen: Dies betrifft vor allem das Caching
  • JavaScript- und CSS-Optimierungen: Die Ausführung von Skripten sowie unnötig kompliziertes CSS minimieren
  • Bildgrößen: Bilder in keinen größeren Dimensionen hochladen als sie tatsächlich gebraucht werden. Zudem können Bilder ohne Qualitätseinbußen komprimiert werden.
  • Rendering, Optimierung von Code und weitere technische Themen

Viele Maßnahmen, um den Page Speed zu optimieren, zielen darauf ab, keine unnötigen Dateien oder Skripte zu laden oder diese zum richtigen Zeitpunkt zu laden, um die Website aus technischer Sicht möglichst schlank zu halten und effizient laufen zu lassen. Für die Umsetzung ist entsprechende fachliche Unterstützung nötig.

Schlechter Page Speed? Wir können helfen!

Gerne unterstützen mein Team und ich Sie als Webseiten- oder Shopbetreiber beim Verbessern Ihrer Seitengeschwindigkeit und sorgen so für mehr Sichtbarkeit, Profitabilität und Conversions.

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